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Wohnraumlüftung nachrüsten: Was geht im Altbau – und was kostet es?

Das eigene Zuhause ist energetisch saniert, die Fenster sind neu und dicht – und plötzlich zeigen sich erste Feuchtigkeitsflecken an der Wand oder die Luft im Schlafzimmer fühlt sich morgens stickig an. Was paradox klingt, ist eine direkte Folge moderner Gebäudedichtheit: Ohne ausreichenden Luftaustausch staut sich Feuchtigkeit auf, CO₂ reichert sich an und das Schimmelrisiko steigt – gerade in gut gedämmten Altbauten.

Die gute Nachricht: Eine Wohnraumlüftungsanlage lässt sich in den meisten Bestandsgebäuden nachrüsten – ohne Abrissarbeiten, oft sogar ohne Fachbetrieb. Dieser Ratgeber zeigt Ihnen, welche Systeme geeignet sind, was die Installation kostet und welche staatlichen Förderungen Sie nutzen können.

Das Wichtigste in Kürze: 

• Dezentrale Geräte sind die einfachste Nachrüstlösung – eine Kernbohrung pro Raum genügt 

• Zentrale KWL-Anlagen sind im Altbau möglich, erfordern aber Kanalführung (Hohlräume, Abseiten) 

• Kosten: ca. 300–1.800 € pro Raum (dezentral, inkl. Montage) 

• BEG-Förderung: bis zu 15 % der förderfähigen Kosten bei Einbau im Rahmen energetischer Sanierung 

• Viessmann, Wolf und Vaillant bieten speziell für den Bestand konzipierte Geräte

Warum gerade Altbauten ein Lüftungsproblem haben

Ältere Gebäude hatten einen natürlichen Vorteil: undichte Fenster, Türen und Mauerwerk sorgten für einen kontinuierlichen – unkontrollierten – Luftaustausch. Mit der energetischen Sanierung (neue Fenster, Außendämmung, Kellerdämmung) wird dieses "natürliche Lüften" abgestellt. Das Ergebnis: Die Luftdichtheit steigt, die Feuchtigkeit bleibt drin.

Nach der Energieeinsparverordnung (EnEV, heute GEG) sind Neubauten und umfassend sanierte Gebäude verpflichtet, ein Mindestmaß an Luftaustausch sicherzustellen – oft durch eine mechanische Lüftungsanlage. Im Bestand gibt es keine strenge Pflicht, aber die Praxis zeigt: Wer saniert, sollte gleichzeitig über Lüftung nachdenken.

Welche Nachrüstlösung passt – dezentral oder zentral?

Die Wahl hängt in erster Linie davon ab, was baulich möglich ist und wie viele Räume versorgt werden sollen.

Option 1: Dezentrale Geräte – die schnelle Lösung

Für die meisten Nachrüstprojekte im Altbau ist die dezentrale Wohnraumlüftung die praktikabelste Wahl. Pro Raum wird ein Gerät in die Außenwand eingebaut – das Einzige, was dafür erforderlich ist, ist eine Kernbohrung (Ø ca. 125–160 mm).

       Keine Kanalführung notwendig

       Jeder Raum kann unabhängig ausgestattet werden

       Auch raumweise Nachrüstung möglich (z. B. zuerst Schlafzimmer, später Wohnzimmer)

       Wärmerückgewinnung bis 85 %

       Montage oft in einem halben Tag erledigt

 

Option 2: Zentrale KWL-Anlage – mehr Aufwand, mehr Komfort

Eine zentrale Komfortlüftung (KWL) ist auch im Altbau realisierbar, wenn geeignete Kanalwege vorhanden sind – z. B. über Dachboden, Abseiten oder bestehende Schächte. Der Vorteil: Ein einziges Gerät versorgt alle Räume, erzielt höhere Wärmerückgewinnungsgrade (bis 95 %) und ist im Wohnbereich praktisch unhörbar, da das Gerät im Keller oder Technikraum steht.

Voraussetzung ist eine sorgfältige Planung durch einen Lüftungsplaner oder SHK-Fachbetrieb. Die Kanalführung ist oft der aufwändigste Teil – ohne geeignete Deckenhohlräume oder Schächte ist eine zentrale Lösung im Bestand nicht immer wirtschaftlich.

 

Kriterium

Dezentral

Zentral (KWL)

Baulicher Eingriff

Kernbohrung pro Raum

Kanalführung durch Gebäude

Eignung Altbau

Sehr gut

Bedingt (Kanalwege nötig)

Wärmerückgewinnung

Bis 85 %

Bis 95 %

Schallbelastung Wohnraum

Gering (25–35 dB(A))

Minimal (Gerät extern)

Kosten Geräte

200–800 € / Raum

2.000–6.000 € gesamt

Montagezeit

0,5–1 Tag

2–5 Tage

Geeignet für

1–5 Räume, Nachrüstung

Gesamtes Gebäude, Kernsanierung

Schritt für Schritt: So läuft eine dezentrale Nachrüstung ab

1.    Bedarfsanalyse: Welche Räume sind betroffen? Schlafzimmer, Wohnräume, Bad, Keller? Je Raum ein Gerät einplanen.

2.    Geräteauswahl: Raumgröße und Wandstärke bestimmen. Bitte Wandaufbau (inkl. Dämmung) messen – die Rohrlänge des Geräts muss exakt passen.

3.    Kernbohrung beauftragen: Ein Bohrunternehmen oder SHK-Betrieb übernimmt die Bohrung in 1–2 Stunden pro Öffnung.

4.    Gerät montieren: Wandhülse einmauern, Gerät einsetzen, Innen- und Außenblende befestigen, Stromanschluss herstellen.

5.    Inbetriebnahme: Lüftungsstufe einstellen. Bei Geräten mit Feuchte- oder CO₂-Sensor: Automatikbetrieb aktivieren.

⚠ Wichtiger Hinweis

Wandstärke präzise messen: Die Rohrlänge des Lüftungsgeräts muss exakt mit der Wandstärke übereinstimmen – inklusive aller Dämmschichten. Zu kurze Rohre führen zu Zugluft, zu lange zu Kondensatproblemen!

Kosten der Nachrüstung im Überblick

Kostenposition

Preisspanne

Hinweis

Dezentrales Lüftungsgerät

200–800 €

Je nach Modell und Hersteller

Kernbohrung (Fachbetrieb)

150–350 €

Abhängig von Wandstärke und Material

Montage pro Gerät (Fachbetrieb)

80–200 €

Bei Eigenleistung entfällt dieser Posten

Elektroanschluss (Elektriker)

50–150 €

Falls kein Anschluss vorhanden

Filterersatz (jährlich)

15–50 €

Originalfilter im TGA-Shop

Gesamtkosten pro Raum

ca. 400–1.300 €

Inkl. Gerät, Bohrung, Montage

BEG-Förderung (bei Sanierung)

bis 15 % der Kosten

Antrag vor Auftragsvergabe

Förderung 2026: Was wird bezuschusst?

Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung sind im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) als Einzelmaßnahme förderfähig. Voraussetzungen:

       Das Gebäude muss mindestens 5 Jahre alt sein

       Antrag muss vor Beginn der Maßnahme bei der KfW oder dem BAFA gestellt werden

       Ein zugelassener Energieberater (BEG-Listung) muss die Maßnahme bestätigen

       Das eingebaute Gerät muss die Anforderungen an Wärmerückgewinnungsgrad und Effizienz erfüllen

 → Ratgeber: Wohnraumlüftung Förderung 2026 – alle Details zur BEG

Unsere Empfehlungen für die Nachrüstung

Für die dezentrale Nachrüstung im Bestandsgebäude empfehlen wir folgende Geräte aus unserem Sortiment:

Modell

Hersteller

Besonderheit

Ideal für

FWL-Serie

Wolf

Push-Pull, keramisch, bis 83 % WRG

Schlafzimmer, Wohnräume, Büro

Vitovent 050-D

Viessmann

Stufenlos regelbar, CO₂-Sensor optional

Anspruchsvolle Nachrüstung, smart-kompatibel

recoVAIR dezentral

Vaillant

App-steuerbar, Vaillant-Systemintegration

Häuser mit Vaillant-Heizungsanlage


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Häufige Fragen – Wohnraumlüftung im Altbau

Was ist eine kontrollierte Wohnraumlüftung (KWL) und warum brauche ich sie im Altbau?+

Eine KWL tauscht kontinuierlich verbrauchte Innenluft gegen frische Außenluft aus – automatisch, ohne Fenster öffnen zu müssen. Im Altbau nach einer Sanierung (neue Fenster, Dämmung) entfällt die natürliche Lüftung über Fugen und undichte Stellen fast vollständig. Ohne KWL steigt die Luftfeuchtigkeit an und Schimmel entsteht. Mit KWL bleibt die relative Luftfeuchtigkeit dauerhaft im gesunden Bereich von 40–60 %.

Was ist der Unterschied zwischen dezentraler und zentraler Wohnraumlüftung?+

Dezentrale Lüftung: Einzelne Wandgeräte je Raum, je eine Kernbohrung, kein Kanalnetz – ideal zur Nachrüstung im bewohnten Altbau. Zentrale KWL: Ein Lüftungsgerät mit Kanalsystem versorgt alle Räume – hoher Einbauaufwand, daher nur bei Kernsanierung empfehlenswert. Für die meisten Altbau-Nachrüstungen ist die dezentrale Lösung (z.B. Viessmann Vitovent 050-D) die bessere Wahl.

Wie viel kostet eine Wohnraumlüftung im Altbau einschließlich Einbau?+

Dezentrale Anlage (2–4 Räume): Gerätekosten ca. 900–2.400 € + Einbau ca. 600–1.500 € = Gesamt ca. 1.500–3.900 €. Mit 15 % BEG-Förderung: effektiv ca. 1.275–3.315 €. Zentrale KWL für EFH komplett: ca. 5.000–15.000 € inkl. Einbau – je nach Gebäudegröße und Kanalführung.

Gibt es Förderung für Wohnraumlüftung im Altbau?+

Ja – die BEG Einzelmaßnahmen (Bundesförderung für effiziente Gebäude) fördert Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung mit 15 % der förderfähigen Kosten. Mit iSFP-Bonus (individueller Sanierungsfahrplan durch Energieberater) steigt die Förderung auf bis zu 20 %. Antrag zwingend VOR Auftragserteilung bei der KfW (EFH) oder BAFA (MFH). Mindestanforderung: Wärmerückgewinnung ≥ 75 %.

Wie oft muss ich den Filter meiner Lüftungsanlage wechseln?+

Empfehlung der Hersteller: alle 6 Monate. In Regionen mit hoher Pollenbelastung oder Feinstaub auch alle 3–4 Monate sinnvoll. Anzeichen für Filterwechsel-Bedarf: schlechtere Luftqualität trotz laufender Anlage, höherer Geräuschpegel, sinkender Volumenstrom. TGA-Shop bietet ViPure Filterwechselsets von Viessmann passend zu Vitovent 300 und Vitoair FS 300E an.

Schützt eine Lüftungsanlage wirklich vor Schimmel?+

Ja – wenn sie richtig geplant und dimensioniert ist. Schimmel entsteht wenn die relative Luftfeuchtigkeit an Oberflächen dauerhaft über 70–80 % steigt. Eine KWL führt kontinuierlich feuchte Innenluft ab und hält die Raumfeuchte im sicheren Bereich von 40–60 %. Wichtig: Die KWL bekämpft die Ursache (zu hohe Feuchte), nicht das Symptom. Bestehender Schimmel muss zusätzlich saniert werden.

Was bedeutet Wärmerückgewinnung und wie viel spart sie?+

Die Wärmerückgewinnung (WRG) entzieht der ausströmenden warmen Abluft ihre Wärme und überträgt sie auf die einströmende kalte Außenluft. Bei 80 % WRG-Effizienz und 0 °C Außentemperatur wird die Frischluft auf ca. 17,6 °C vorgewärmt – die Heizung muss nur noch wenig nachheizen. Jährliche Heizkosten-Einsparung typisch: 100–200 € bei einem EFH mit 150 m² und Gasheizung.

Kann ich eine Lüftungsanlage im bewohnten Altbau einbauen lassen?+

Ja – insbesondere dezentrale Lüftungsgeräte lassen sich ohne große Einschränkungen im bewohnten Zustand installieren. Pro Gerät ist nur eine Kernbohrung durch die Außenwand nötig (Dauer ca. 30 Minuten). Kein Stemmarbeiten, kein Kanalsystem durch die Wohnung. Das Haus muss während der Arbeiten nicht geräumt werden.

Welche Viessmann-Lüftungsprodukte führt der TGA-Shop?+

TGA-Shop führt: Vitovent 050-D dezentrales Lüftungsgerät (448,03 €), ViPure Filterwechselsets für Vitovent 300 und Vitoair FS 300E (44,75–57,31 €), Enthalpie-Wärmetauscher für Feuchterückgewinnung (1.230,18 €), CO₂-/Feuchtesensor (361,04 €), Außenwanddurchführungen DN160/DN180 (293–465 €), Dachdurchführung Edelstahl (507,31 €), Wandhülsen mit Außenwandblende (320–619 €) und Lüftungsbedienteile LB1 (309,47 €).

Was ist ein Push-Pull-Lüftungssystem?+

Ein Push-Pull-System verwendet zwei gegenüberliegende Wandgeräte in einem Raum: Während Gerät A Frischluft einbläst (Push), saugt Gerät B verbrauchte Luft ab (Pull). Nach einigen Minuten wechseln die Rollen. Vorteil: Echte Durchströmung des Raums, höhere Wärmerückgewinnung (75–85 %) als beim Einzelgerät mit Wechselbetrieb (60–75 %). Ideal für Wohnzimmer und Schlafzimmer.

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