Sole-Wasser-Wärmepumpe: Erdwärme nutzen für maximale Effizienz
Wer maximale Effizienz bei der Wärmeversorgung seines Gebäudes sucht, kommt an der Sole-Wasser-Wärmepumpe kaum vorbei. Sie nutzt die konstante Wärme des Erdreichs – eine Ressource, die das ganze Jahr über zuverlässig und unabhängig von der Außentemperatur zur Verfügung steht. Das Ergebnis: Jahresarbeitszahlen von 4,0 bis 5,0, die eine Luft-Wasser-Wärmepumpe im Vergleich selten erreicht.
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Das Wichtigste in Kürze: • Sole-WP nutzt konstante Erdwärme (8–12 °C) – JAZ 4,0–5,0 • Zwei Arten: Flächenkollektor (günstiger, viel Fläche) oder Tiefensonde (teurer, wenig Fläche) • Tiefensonden: genehmigungspflichtig beim zuständigen Landratsamt • Passivkühlung im Sommer kostenlos möglich (über Erdkollektoren) • Höhere Investition als Luft-WP, aber dauerhaft niedrigere Betriebskosten • Effizienzbonus +5 % BEG bei R290-Sole-WP |
Wie funktioniert eine Sole-Wasser-Wärmepumpe?
Im Erdreich herrscht ab einer Tiefe von ca. 1–1,5 m das ganze Jahr über eine nahezu konstante Temperatur von 8–12 °C. Eine Sole-Wasser-Wärmepumpe nutzt diese Energie: In erdverlegten Rohren (Kollektoren oder Sonden) zirkuliert ein Wasser-Frostschutzmittel-Gemisch (die sogenannte Sole), das sich im Erdreich auf 4–10 °C erwärmt. Die Wärmepumpe entzieht der Sole diese Energie, verdichtet sie auf ein nutzbares Temperaturniveau und gibt sie ans Heizungssystem ab.
Der entscheidende Vorteil gegenüber Luft-Wasser-Wärmepumpen: Die Quelltemperatur schwankt kaum. Während eine LWWP bei -10 °C Außentemperatur deutlich weniger effizient arbeitet, bleibt die Sole-WP auch im tiefsten Winter bei konstant hoher JAZ.
Flächenkollektor oder Tiefensonde?
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Eigenschaft |
Flächenkollektor |
Tiefensonde |
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Verlegungstiefe |
1,2–1,5 m (unter Frosttiefe) |
50–150 m Tiefe |
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Benötigte Fläche |
1,5–2x Wohnfläche des Hauses |
Ca. 1–2 Bohrstellen à 10 m² |
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Kosten Erdarbeiten |
4.000–10.000 € |
8.000–20.000 € (pro Sonde) |
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Genehmigung |
Meist nicht nötig |
Pflicht beim Landratsamt |
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Bepflanzung |
Eingeschränkt (Flach-Wurzler OK) |
Keine Einschränkungen |
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Quelltemp. im Winter |
Evtl. unter 0 °C (Frostschutz) |
Konstant 8–12 °C |
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JAZ |
3,8–4,5 |
4,2–5,0 |
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Passivkühlung |
Möglich |
Sehr effektiv |
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Ideal für |
Großes Grundstück, Budget |
Kleines Grundstück, Max-Effizienz |
Genehmigung für Tiefensonden
Tiefenbohrungen für Erdwärmesonden berühren den Untergrund und potenziell Grundwasserschichten – sie sind deshalb in Deutschland genehmigungspflichtig. Die Zuständigkeit liegt beim jeweiligen Landratsamt oder der unteren Wasserbehörde. Folgende Punkte sind zu beachten:
• Antrag beim zuständigen Landratsamt vor Beginn der Erdarbeiten
• Geologisches Gutachten kann je nach Region erforderlich sein
• In Wasserschutzgebieten sind Tiefensonden oft verboten oder stark eingeschränkt
• Genehmigungsdauer: typisch 4–12 Wochen – frühzeitig beantragen
• Bohrfirma muss zertifiziert sein (DVGW-Regelwerk GW 8)
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⚠ Wichtiger Hinweis Stellen Sie den Genehmigungsantrag für Tiefensonden frühzeitig – mindestens 3 Monate vor dem geplanten Einbautermin. Ohne Genehmigung ist die Bohrung rechtswidrig und die BEG-Förderung erlischt. |
Kosten einer Sole-Wasser-Wärmepumpe
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Kostenposition |
Flächenkollektor |
Tiefensonden (2 Sonden) |
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Wärmepumpengerät |
10.000–20.000 € |
10.000–20.000 € |
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Erdarbeiten / Bohrung |
4.000–10.000 € |
12.000–25.000 € |
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Hydraulik + Pufferspeicher |
2.000–4.000 € |
2.000–4.000 € |
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Installation + Inbetriebnahme |
3.000–5.000 € |
3.000–5.000 € |
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Gesamtkosten (ca.) |
19.000–39.000 € |
27.000–54.000 € |
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Nach BEG-Förderung (35 %) |
12.000–25.000 € |
18.000–35.000 € |
Die höheren Investitionskosten gegenüber der Luft-Wasser-Wärmepumpe werden durch die dauerhaft niedrigeren Betriebskosten (höhere JAZ) und die Möglichkeit zur kostenlosen Passivkühlung im Sommer teilweise kompensiert. Bei einem Gebäude mit 15 kW Heizlast spart eine Sole-WP gegenüber einer LWWP jährlich ca. 200–400 € Stromkosten.
Passivkühlung – kostenlose Kühlung im Sommer
Ein exklusiver Vorteil der Sole-Wasser-Wärmepumpe: Im Sommer lässt sich das Gebäude passiv kühlen, indem die kühle Sole direkt (ohne Kompressorbetrieb) durch die Fußbodenheizung geleitet wird. Das verbraucht kaum Strom – nur die Umwälzpumpe läuft. Bei Flächenheizung kann damit eine angenehme Temperatur von 22–24 °C auch an heißen Tagen gehalten werden.